Das Schottische Prinzip

JOLLY

Erste erratische Eindrücke: Gleich zwei der vier Musikerinnen tragen ein scharfes ß in ihren Familiennamen, den Schlangenlaut, den gefährlichsten Sonderkonsonanten unserer Sprache. Und gleich der erste Refrain ihrer Platte kommt hinterfotzig im Konjunktiv: „Wenn die Welt nur anders wär“. Warnungen und Lockungen. Hier ist eine unerhörte neue Band.
Das Album JOLLY von Das Schottische Prinzip bringt uns auf bedrängende und bezaubernde Weise bei, dass sie eh total anders ist, die Welt. Bestürzend anders, rauschig und verunsichernd anders. Was dieses Quartett um Poetin, Sängerin und Multiinstrumentalistin Julia Reißner auf seinem Debut aufführt, hat die Kraft, die Kunst und die Entschlossenheit, jede einzelne Hörerin, jeden einzelnen Hörer dauerhaft zu verändern.

 

Die instrumentale Meisterinnenschaft von Bassistin Jana Mitrovic, Gitarristin Viktoria Mezovsky und Schlagzeugerin Petra Fraißl kracht  auf Julia Reißners gleichzeitig assoziativ und feinmechanisch anmutende Texte und ihre überwältigende Stimme, eine Stimme wie aus der Unterwelt, donnernd tief oder vogelartig hoch, nichts in der Mitte, nichts. Jeder dieser Songs zerrt einen über irgendeine Grenze.


Zeilen, Takte, Schläge und Rufe dieser Liedersammlung bleiben an uns hängen und gehen nicht mehr weg, wie ungerufene Geister. Aber so sind sie, die Platten fürs Leben. JOLLY von Das Schottische Prinzip ist die 15. Veröffentlichung von Bader Molden Recordings. Ein kleines Jubiläum, eine große Feier mit großer Musik. Charlie Bader und ich freuen uns.

Ernst Molden

Wien, Frühjahr 2022

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Anders wär Das Schottische Prinzip
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